


Für die Mode, für die Medizin, für die Technik. Und bewahrt auf, was diese Industrie sonst vergessen hätte.
Drei Türen, ein Haus: die Stickerei für die Mode, die für Medizin und Technik — und das Archiv einer ganzen Industrie.
An der Bogenstrasse in St. Gallen liegen sie nebeneinander. Die eine Arbeit geht in Wäsche und Damenoberbekleidung, die andere in medizinische Produkte und technische Textilien. Was davon bleibt, liegt im selben Haus in Musterbüchern.
Bischoff Textil ist 1927 aus einem Stickerei-Exportgeschäft entstanden. Der Name wurde in der Modewelt zum Begriff für hochwertige Stickerei. Geblieben ist die Arbeit; dazugekommen sind ein Werk in Diepoldsau, ein Joint Venture in Thailand und Liegenschaften im Kanton St. Gallen.
Ein Haus, drei Adressen: der Modemarkt, die Medizin und Technik, die Sammlung.
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Die Bischoff Gamma (Thailand) Ltd. entwirft und produziert exklusive Stickereien für den internationalen Modemarkt. Die Marke «Bischoff Gamma» wird weltweit von namhaften Labels der Wäsche- und Damenoberbekleidungsindustrie geschätzt; Verkauf und Vertrieb liegen bei der Bischoff Gamma.
Seit über 30 Jahren in Thailand
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Im Werk Diepoldsau entstehen Stickereien für medizinische Produkte und technische Textilien. Für die Empa entwickelt Bischoff lichtleitende Fasern für Wearables. Und stellt seine Kapazitäten als Lohnstickerei anderen Anbietern zur Verfügung.
Ein Werk in der Schweiz
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Am Hauptsitz liegt die weltweit grösste private Sammlung historischer Stickereien: Musterbücher, Einzelstücke, Nachlässe anderer Ostschweizer Betriebe. Sie dient dem Design-Team als Quelle. Geöffnet wird sie auf Anfrage, für ausgewählte Besuchergruppen.
Auf Anfrage zugänglichDie Daten stammen aus der Firmengeschichte, dem Handelsregister und der Presse.
Otto Bischoff übernimmt das Stickerei-Exportgeschäft Theodor Loepfe & Co. und nennt es Bischoff Hungerbühler & Co.
Nach einer Fusion heisst die Firma Bischoff & Müller. Stickereien für Dessous gewinnen stark an Bedeutung.
Das Unternehmen erhält seinen heutigen Namen. Der Name wird in der Modewelt zum Begriff für hochwertige Stickerei.
Die Schweizer Produktion wird in Diepoldsau konzentriert, das Werk Kronbühl geschlossen. Rund 260 Mitarbeitende arbeiten damals in der Ostschweiz.
Der «Goldene Schemel» des Heimatschutzes SG/AI würdigt den Erhalt des Hochhauses an der Bogenstrasse.
Die Statuten nennen den Erwerb, die Überbauung und die Verwaltung von Liegenschaften ausdrücklich als Unternehmenszweck.
Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn besucht die Sammlung. Aus den geplanten 45 Minuten werden über zwei Stunden.
Die Sammlung umfasst Objekte aus der eigenen Firmengeschichte und aus Nachlässen und Archiven anderer ehemaliger Stickereibetriebe der Ostschweiz. Die Musterbücher und Einzelstücke sind keine Vitrinenstücke: Sie dienen dem Design-Team als Inspirationsquelle.
Auf Nachfrage öffnet Bischoff das Museum für ausgewählte Besuchergruppen.
Zeiger über die Tafel bewegen, um das Gewebe zu vergrössern.
Die Schweiz fertigt präzise und in kleinen Serien. Thailand fertigt Volumen für die Mode. Beides gehört zum selben Haus.

Im Werk Diepoldsau stehen Stickereien für medizinische Produkte und technische Textilien im Zentrum. Für einzelne Kunden im Modebereich wird auch hier produziert. Ein moderner Maschinenpark und das Know-how der Mitarbeitenden stehen zudem als Lohnstickerei anderen Anbietern zur Verfügung.

Die Bischoff Gamma (Thailand) Ltd. ist ein Joint Venture mit der Gamma Textile Mfg. Co., Ltd. Sie entwirft und produziert die Stickereien für den internationalen Modemarkt und verantwortet den weltweiten Verkauf.
Bischoff vermietet Büro-, Gewerbe- und Wohnflächen, ausschliesslich im Kanton St. Gallen, vorwiegend rund um den Hauptsitz, dazu in Wittenbach und Diepoldsau. Ein eigenes Liegenschaftsteam kümmert sich um Bewirtschaftung und Werterhaltung. Viele Mietverhältnisse bestehen seit Jahren.
1869 baute die Aktienstickerei Kronbühl an der Arbonerstrasse, 1902 übernahm Leumann, Boesch & Co., bis 1980 wurde dort produziert. Bischoff kaufte das Areal Mitte der 1980er-Jahre und stickte fast zwanzig Jahre selbst. Die erste Etappe ist abgeschlossen: Der blaue Bau von 1869 ist erneuert, darunter liegen 71 Parkplätze, im Haus sind ALDI SUISSE und eine Polipraxis eingezogen. Die Etappen zwei und drei sind in Planung.
«Alti Stickerei», Wittenbach: 1869 gebaut, bis 1980 bestickt, seit 2024 in neuer Nutzung.

Im Fabrikladen an der Bogenstrasse gibt es Stickereien aller Art, Stoffe, Geschirrtücher, Vorhangstoffe, Taschentücher und Geschenkartikel. Im Online-Shop finden sich Allover-, Gallon-, Bänder- und Motivstickereien, dazu Seide, Tüll, Wolle, Baumwolle und Mercerie — produziert im Schweizer Werk.
Händler und Grossabnehmer vereinbaren vorgängig einen Termin.
Im selben Jahr stehen drei Dinge zur Entscheidung: die zweite und dritte Etappe der «Alti Stickerei», die Rolle einer Sammlung, die heute nur auf Anfrage zugänglich ist, und die Frage, wie viel Modevolumen eine Schweizer Präzisionsstickerei künftig tragen will.
Ein Haus, das sein Archiv, seine Maschinen und seinen Boden selbst besitzt, kann diese Fragen anders beantworten als alle anderen.
Es muss nur entscheiden, welche Geschichte es in den nächsten hundert Jahren erzählen will.
Diese Seite ist ein Vorschlag an die Bischoff Textil AG, entstanden aus ihren öffentlich zugänglichen Inhalten. Die drei Formen der Zusammenarbeit — von der Pauschale von CHF 1'200.– bis zu den ergänzenden Mitteln — stehen auf einer eigenen Seite.
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