Stickerei in Rot und Violett, Makroaufnahme
Stickmaschinen in einer langen Halle
Musterbücher in den Regalen der Sammlung
Bischoff Textil · St. Gallen

Seit 1927 stickt Bischoff in St. Gallen.

Für die Mode, für die Medizin, für die Technik. Und bewahrt auf, was diese Industrie sonst vergessen hätte.

1927gegründet
3Geschäfte
1Sammlung
Das Haus

Drei Türen, ein Haus: die Stickerei für die Mode, die für Medizin und Technik — und das Archiv einer ganzen Industrie.

An der Bogenstrasse in St. Gallen liegen sie nebeneinander. Die eine Arbeit geht in Wäsche und Damenoberbekleidung, die andere in medizinische Produkte und technische Textilien. Was davon bleibt, liegt im selben Haus in Musterbüchern.

Bischoff Textil ist 1927 aus einem Stickerei-Exportgeschäft entstanden. Der Name wurde in der Modewelt zum Begriff für hochwertige Stickerei. Geblieben ist die Arbeit; dazugekommen sind ein Werk in Diepoldsau, ein Joint Venture in Thailand und Liegenschaften im Kanton St. Gallen.

Gwen Aubry, CEO der Bischoff Textil AG
Gwen Aubry, CEO
Drei Türen

Wohin die Stickerei geht.

Ein Haus, drei Adressen: der Modemarkt, die Medizin und Technik, die Sammlung.

Die Kette

Bis 2027 sind es hundert Jahre. Sieben Schritte dahin.

Die Daten stammen aus der Firmengeschichte, dem Handelsregister und der Presse.

  1. 1927

    Otto Bischoff übernimmt das Stickerei-Exportgeschäft Theodor Loepfe & Co. und nennt es Bischoff Hungerbühler & Co.

  2. 1930

    Nach einer Fusion heisst die Firma Bischoff & Müller. Stickereien für Dessous gewinnen stark an Bedeutung.

  3. 1948

    Das Unternehmen erhält seinen heutigen Namen. Der Name wird in der Modewelt zum Begriff für hochwertige Stickerei.

  4. 2004

    Die Schweizer Produktion wird in Diepoldsau konzentriert, das Werk Kronbühl geschlossen. Rund 260 Mitarbeitende arbeiten damals in der Ostschweiz.

  5. 2019

    Der «Goldene Schemel» des Heimatschutzes SG/AI würdigt den Erhalt des Hochhauses an der Bogenstrasse.

  6. 2023

    Die Statuten nennen den Erwerb, die Überbauung und die Verwaltung von Liegenschaften ausdrücklich als Unternehmenszweck.

  7. 2026

    Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn besucht die Sammlung. Aus den geplanten 45 Minuten werden über zwei Stunden.

Die Sammlung

Was die Industrie weggelegt hat, liegt hier.

Die Sammlung umfasst Objekte aus der eigenen Firmengeschichte und aus Nachlässen und Archiven anderer ehemaliger Stickereibetriebe der Ostschweiz. Die Musterbücher und Einzelstücke sind keine Vitrinenstücke: Sie dienen dem Design-Team als Inspirationsquelle.

Auf Nachfrage öffnet Bischoff das Museum für ausgewählte Besuchergruppen.

Das Musterbuch

Fünf Blätter aus dem Archiv.

Zeiger über die Tafel bewegen, um das Gewebe zu vergrössern.

Spitzenstoff in Nahaufnahme
Spitzenmuster Spitze für Wäsche und Kleidung, aus der Blütezeit der St. Galler Stickerei.
Zwei Werke

Zwei Werke, zwei Massstäbe.

Die Schweiz fertigt präzise und in kleinen Serien. Thailand fertigt Volumen für die Mode. Beides gehört zum selben Haus.

Technisches Textil in Blau, Makroaufnahme

Diepoldsau: Medizin, Technik, Lohnarbeit

Im Werk Diepoldsau stehen Stickereien für medizinische Produkte und technische Textilien im Zentrum. Für einzelne Kunden im Modebereich wird auch hier produziert. Ein moderner Maschinenpark und das Know-how der Mitarbeitenden stehen zudem als Lohnstickerei anderen Anbietern zur Verfügung.

  • SchwerpunkteMedizin, Technik, Lohnsticken
  • ProduktionsleitungChristian Widerin
  • StandortDiepoldsau (SG)
Das Gelände

Die Gebäude, in denen das geschah.

Bischoff vermietet Büro-, Gewerbe- und Wohnflächen, ausschliesslich im Kanton St. Gallen, vorwiegend rund um den Hauptsitz, dazu in Wittenbach und Diepoldsau. Ein eigenes Liegenschaftsteam kümmert sich um Bewirtschaftung und Werterhaltung. Viele Mietverhältnisse bestehen seit Jahren.

1869 baute die Aktienstickerei Kronbühl an der Arbonerstrasse, 1902 übernahm Leumann, Boesch & Co., bis 1980 wurde dort produziert. Bischoff kaufte das Areal Mitte der 1980er-Jahre und stickte fast zwanzig Jahre selbst. Die erste Etappe ist abgeschlossen: Der blaue Bau von 1869 ist erneuert, darunter liegen 71 Parkplätze, im Haus sind ALDI SUISSE und eine Polipraxis eingezogen. Die Etappen zwei und drei sind in Planung.

Arealentwicklung «Alti Stickerei» →

490m² Büro und Gewerbe, Bogenstrasse 7
über 2'200m² «Alti Stickerei», Wittenbach
1'746m² Büro und Gewerbe, Diepoldsau
71Parkplätze, neu auf dem Areal
Das Areal «Alti Stickerei» in Wittenbach bei Nacht
Arealentwicklung

«Alti Stickerei», Wittenbach: 1869 gebaut, bis 1980 bestickt, seit 2024 in neuer Nutzung.

Rote und grüne Stickereien im Fabrikladen
Fabrikladen

Stickerei zum Mitnehmen.

Im Fabrikladen an der Bogenstrasse gibt es Stickereien aller Art, Stoffe, Geschirrtücher, Vorhangstoffe, Taschentücher und Geschenkartikel. Im Online-Shop finden sich Allover-, Gallon-, Bänder- und Motivstickereien, dazu Seide, Tüll, Wolle, Baumwolle und Mercerie — produziert im Schweizer Werk.

Montag bis Freitag13.30 bis 17.30 Uhr

Händler und Grossabnehmer vereinbaren vorgängig einen Termin.

Zum Online-Shop

Ausblick

2027 wird Bischoff hundert Jahre alt.

Im selben Jahr stehen drei Dinge zur Entscheidung: die zweite und dritte Etappe der «Alti Stickerei», die Rolle einer Sammlung, die heute nur auf Anfrage zugänglich ist, und die Frage, wie viel Modevolumen eine Schweizer Präzisionsstickerei künftig tragen will.

Ein Haus, das sein Archiv, seine Maschinen und seinen Boden selbst besitzt, kann diese Fragen anders beantworten als alle anderen.

Es muss nur entscheiden, welche Geschichte es in den nächsten hundert Jahren erzählen will.

Über diese Seite

Eine Lektüre Ihres Handwerks, gesetzt.

Diese Seite ist ein Vorschlag an die Bischoff Textil AG, entstanden aus ihren öffentlich zugänglichen Inhalten. Die drei Formen der Zusammenarbeit — von der Pauschale von CHF 1'200.– bis zu den ergänzenden Mitteln — stehen auf einer eigenen Seite.

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